Gottesdienst für Zuhause

Am Sonntag Rogate feiern wir wieder Gottesdienst um 10.15 Uhr in der Christus-Kirche und laden herzlich dazu ein. Da allerdings die Plätze wegen der aktuellen Corona-Krise auf 45 Plätze begrenzt sind, bieten wir weiterhin den „Gottesdienst für Zuhause“ an.

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Psalmgebet

Ach, Gott, manchmal ist alles doof. Ich kann nichts mehr machen. Ich bin so hilflos und schaue dem Tod in die Augen. Es ist eine aussichtslose Situation. Keiner wird mir helfen können.

Ab und zu kommt aber doch ein Funke Zuversicht. Darum werde ich nicht aufgeben, denn du, Gott, wirst mir helfen. Du hast mir schonmal geholfen und ich weiß, dass du das kannst. Du wirst mich retten. Ich merke, wie aus kleiner Zuversicht mit der Zeit Hoffnung entsteht. Mein Mut wird größer.

Obwohl du alle meine Fehler siehst, vertraue ich trotzdem immer noch auf dich, denn nur du kannst sie mir verzeihen. Ich weiß, dass am Ende doch noch – hoffentlich – alles gut werden wird. Amen.

Psalmübertragung nach Psalm 25 von Lars Krügler

Chassidische Geschichte

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Ein Bauer war eines Abends mit seinem Karren auf dem Weg nach Hause. Da merkte er, dass er sein Gebetbuch zu Hause vergessen hatte. Zu allem Unglück brach mitten im Wald ein Rad seines Wagens und betrübt stellte er fest, dass dieser Tag nun vergehen würde, ohne dass er sein Nachtgebet gesprochen hätte.
Also begann er zu beten: „Ach Gott, ich habe etwas sehr Dummes getan. Heute früh bin ich ohne mein Gebetbuch von zu Hause fortgegangen. Und ich habe ein so schlechtes Gedächtnis, dass ich kein einziges Gebet auswendig sprechen kann. Deshalb werde ich fünfmal langsam das gesamte Alphabet aufsagen und du, der du ja alle Gebete kennst, kannst dir alle die Buchstaben nehmen und dir daraus die Gebete machen, an die ich mich nicht erinnern kann.“
Und so geschah es, der Bauer sagte fünfmal das Alphabet auf, und am Abend sagt Gott, der dies gehört hatte, zu seinen Engeln: „Zweifellos ist dies ein wunderschönes Gebet, vielleicht sogar das Beste, dass ich heute gehört habe, weil es aus einem ehrlichen und einfachen Herzen zu mir gesprochen wurde.“

Evangeliumslesung

»Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler, die sich zum Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken stellen, um von den Leuten gesehen zu werden. Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn damit schon erhalten. Wenn du beten willst, geh in dein Zimmer, schließ die Tür, und dann bete zu deinem Vater, der auch im Verborgenen gegenwärtig ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dich belohnen.

Beim Beten sollt ihr nicht leere Worte aneinanderreihen wie die Heiden, die Gott nicht kennen. Sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie, denn euer Vater weiß, was ihr braucht, und zwar schon bevor ihr ihn darum bittet. Ihr sollt so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe auf der Erde, wie er im Himmel geschieht. Gib uns heute unser tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig wurden. Und lass uns nicht in Versuchung geraten, sondern errette uns vor dem Bösen. Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird euer Vater im Himmel euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, wird euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ (Mk 6,5-15)

StattPredigt – Gedanken

Der Sonntag mit dem lateinischen Namen Rogate erinnert an das Gebet. Rogate heißt: Betet!

Als die Jünger Jesus fragen, wie sie denn beten sollen, antwortet er: Wenn euch die Worte fehlen, dann leiht sie euch aus dem Vaterunser. Hier habt ihr einen Schatz, den ihr immer bei euch tragen könnt.

Das Vaterunser ist das bekannteste Gebet der Christenheit. Es wird weltweit gebetet und verbindet Menschen auf allen Kontinenten miteinander und mit Gott. Das Vaterunser hat einen festen Platz in der Gottesdienstliturgie.

Das Vaterunser kennt fast jeder gläubige Christ. Die Kinder im Kindergarten hören es, wenn sie Andacht feiern. Jugendliche lernen die Bitten des Vaterunsers auswendig. Viele Erwachsene tragen es inwendig in sich. Die Worte kommen über die Lippen, ohne groß darüber nachzudenken.

Das Beten hilft mir, zu denken: Die Welt ist nicht in meiner Hand. Auch die nicht, die ich liebe. Ich selbst bin nicht in meiner Hand. Nicht allein. Denn da ist etwas. Vater. Mutter. Himmel.

Da ist etwas. Bei mir. Und uns allen. Ich bete und glaube. Hoffe und warte. Dass Gottes Reich kommt. Denn sein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.

Christus-Kirche in Beckum

Segen

Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Gott hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. (4. Mose 6,24-26)