Gottesdienst für Zuhause am 3. Sonntag nach Trinitatis

Am 3. Sonntag nach Trinitatis feiern wir wieder Gottesdienst um 10.15 Uhr in der Christus-Kirche und laden herzlich dazu ein. Da allerdings die Plätze wegen der anhaltenden Corona-Krise auf 45 Plätze begrenzt sind, bieten wir weiterhin den „Gottesdienst für Zuhause“ an.

(Bild: pixabay – stokpic)

Psalmgebet

Du stillst mein Verlangen
Treuer Gott, ich sage nun zu mir:
„Lobe den Herrn
und vergiss nicht das Gute!“
Denn du hast es gegeben.

Du bist es, der vergibt und heilt,
du erlösest und beschenkst mich.
Barmherzig und gnädig bist du.
Mit allem, was lebt, will ich dich loben.

(zu Psalm 34 v. Theophil Tobler)

 

Evangeliumslesung: Lk 16, 19-31 

Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. Als er aber alles verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich einem deiner Tagelöhner gleich! Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.

Gedanken zu Micha 7,18-20

„Wer ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die geblieben sind als Rest seines Erbteils; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er hat Gefallen an Gnade! Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. Du wirst Jakob die Treue halten und Abraham Gnade erweisen, wie du unsern Vätern vorzeiten geschworen hast.“ (Mi 7,18-20) 

Manchmal bin ich zornig und ich frage mich: Wohin mit meinem Zorn? Der in mir brodelt. Der unter der Oberfläche gärt und nur darauf wartet, sich entladen zu können. Ablenkung scheint auf den ersten Blick gut zu sein, aber so richtig hilft es nicht. Im Gegenteil. Ihn unter die Füße bekommen. Ihn verbrennen damit er mich nicht verbrennt. Dann ist nichts mehr da. Die Leere will gefüllt sein. Mit Neuem. Das ist die Chance. Volles Risiko. Zögern, kein Fragen, ob es berechtigt ist. Liebe fragt nicht danach. Sie liebt einfach. Ohne Ansehen. Ohne Erwartung. Liebe ist so vieles. Manchmal ist sie zart wie ein einzelner Grashalm unter meinen Füßen. Manchmal lodernd und hell wie ein Feuer und manchmal erstaunlich, wie eine Nachricht, die mich sprachlos macht. Manchmal tröstend wie die Umarmung einer Freundin. Manchmal befreiend und ermutigend wie Vergebung. Mir und anderen gegenüber. Wer ist solch ein Gott, wie du bist? Der mir vergibt und mich liebt. Der mich neu anfangen und aufatmen lässt. Keiner! Keiner ist wie du, Gott, der es liebt gnädig zu sein. Amen.

 

Segen

Gottes Liebe wärme dich

Gottes Gegenwart umstrahle dich

Gottes Geist möge in dir sein

Gottes Kraft soll in dir wirken

Gottes Zärtlichkeit soll ich beschützen

Gottes Friede soll dich umgeben

 

– Vikarin Kira Weweler, Ev. Kirchengemeinde Beckum –